Frohes neues Jahr & alles Gute euch allen !
Jetzt ist es ein Jahr her, dass ich mit 3D-Filmen begonnen habe und Zeit ein Resümee zu ziehen.
In dieser Zeit habe ich mir wieder viel Theorie und Praxis angeeignet und viele Profis, mit gigantischem Know-how und jahrelanger Erfahrung, kennen gelernt.
- Da wären z. B. Hardware Freaks die mir schnell mal den erforderlichen Schaltplan über das Innenleben einer Kamera zusenden.
- Leute die gerade 3D-Animationen für das ZDF erstellen und nebenbei noch Zeit finden mir ein animiertes 3D-Logo zu erstellen.
- Unterwasserfilmer die für die BBC arbeiten und mich auf neue “verrückte” Ideen wie die 3D-Quadcam bringen.
- Menschen, die zufällig einige Kilometer entfernt wohnen und mit denen man schöne Abende mit 3D-Brillen auf der Nase, inklusive Pizza und Kräutertee, vorm 3D-Beamer verbringt. Und danach, zu fortgeschrittener Stunde, konzentriert man sich dann noch auf einige hoch interessante Gespräche, bei denen es dann mal nicht um 3D geht, sondern verbal in noch viel höhere “Dimensionen” vorgedrungen wird.
- Oder einfach nette Taucher, die man am See kennen lernt und die dann extra ihre NAS upgraden, um mir so einen schnellen FTP Server, für dicke Videofiles zur Verfügung stellen.
Vielen, vielen Dank an Euch alle !!!
Ach jaaaa … Am Anfang vom letzen Jahr fand ich noch diese krassen 3D-Effekte toll, wenn zum Beispiel das Objekt direkt vor der Nase rumtanzt. Je mehr man sich aber mit Thema der Stereoskopie beschäftigt, desto weniger mag man diese “extremen” Effekte. “Einfaches” 3D so wie man es von der Wirklichkeit gewohnt ist, das ist es!
Da ich zur Zeit ausschließlich 3D-Aufnahmen mache, habe ich insgesamt schon einen guten “3D-Blick” bekommen. Um aber immer alle stereoskopischen Aufnahme- Regeln zu beachten, hilft weiterhin nur üben, üben, üben
Man könnte auch sagen dass das Produzieren von S3D-Aufnahmen wie die Liebe ist.
Denn Liebe ist: Arbeit, Arbeit, Arbeit ( Prof. Evje van Dampen ab 1 Minute 30 Sekunden) … es ischt wahr
An dieser Stelle möchte ich einen kurzen Rückblick in das alte Jahr machen:
In Ägypten/Abu Dababb im März 2010 wurde der erste Test mit zwei Canon HF100, in zwei einzelnen Unterwasser-Gehäusen mit einer 13cm Basis ( Abstand der Kameras untereinander ) und 0,7er Weitwinkeln realisiert.
Nachdem erst in der Nacht vor der damaligen Abreise mein Testaufbau fertig geworden war und ich in Ägypten einige technische Probleme ohne Lötkolben meistern musste ( defekte Akkus, Monitor defekt, Kabel defekt, etc… ), ist das Video-Material jetzt so gut wie ausgewertet. Ein Stereo 3D-Full-HD-Unterwasser-Trailer wird noch diesen Monat fertig gestellt sein. Ich konnte tatsächlich einige Aufnahmen verwenden, obwohl ich mit stereoskopischen Aufnahmen noch keinerlei Erfahrung hatte.
Trotzdem können sich diese Test-Aufnahmen sogar schon jetzt mit so mancher käuflich zu erwerbender Unterwasser S3D Blu-ray Disk messen. Auf einigen S3D Blu-ray Disks sieht man nämlich nicht nur gute Bilder, da wären zum Beispiel blaue langweilige Bilder vom Riff, ohne zusätzliches Licht und ohne erkennbaren Farbabgleich.
Mit meiner zukünftigen Kamera mit der Basis von 4cm, 6,5cm und 13cm (die 3D Quad-Cam kann mit etwas Aufwand zu einer Basis von 13cm mit zwei Canon HF100 / 0,7 ww umgebaut werden), werde ich in Zukunft mindestens genau so gute Filme machen können. Okay für Kinos reicht die Full-HD Auflösung nicht ( 2K 2048 × 1536 Pixel, 4K 4096 × 3072 Pixel oder IMAX in 8K 8000 x 6000 Pixel) aber für eine Leinwand von 2,40m ist es perfekt, das habe ich schon getestet
Aber zurück zur Rückblende 2010:
Die Tests mit den zwei kleinen Sony HDR-TG3 wurden schon im Spätsommer abgeschlossen ( mehrere schöne Tauchgänge in deutschen Gewässern bei 10m Sichtweite ). Der Testaufbau, der beiden Sony HDR-TG3, war damals im großen Sony HDR-FX7 Gehäuse untergebracht:
Die Sony HDR-TG3 sind jetzt bereit für den Einbau in das zweite rechte Gehäuse der S3D Quad-Cam, welches dann mit einer Basis von 4cm für Nahaufnahmen zuständig ist. Für Aufnahmen jenseits der 3 Meter sind diese Kameras aber Unterwasser nicht zu gebrauchen. Sie funktionieren nur mit extra Beleuchtung gut, wenn es in den Lowlight – Bereich geht, haben die Sony HDR-TG3-Aufnahmen nichts mehr mit HDV oder sogar Full-HD zu tun.
Was gibt es aktuell neues im Januar 2011 :
Die zwei Canon HF100-Kameras sind fertig in das linke Gehäuse der S3D Quad-Cam mit einer 15cm austauschbaren (!) Scheibe eingebaut. Es ist ab sofort bereit zum Tauchen! Das S3D Canon HF100-Gehäuse hat jetzt neue Features wie, eine Höhenverstellung der Kameras und automatisches (im Sekunden-Takt), oder manuelles Umschalten des Monitors zwischen linker und rechter Kamera. Das automatische Umschalten erspart mir einen zweiten Monitor und ermöglicht mir eine gute Kontrolle der linken und rechten Bild-Aufnahmen, von den zwei Canon HF100-Kameras, schon während des Tauchgangs. Außerdem kann ich jetzt Überwasser die Canon HF100-Kameras sehr fein mit dem Monitor und den neuen Einstellschrauben justieren.
Um die automatische Umschaltung zu realisieren habe ich einfach eine Flop-Flop-Schaltung (Bausatz von Conrad) mit einem Relais verbaut welches das FBAS-Signal von den beiden Kameras unsynchronisiert umschaltet. Zum Glück läuft nur ganz kurz das Bild am TFT durch wenn das Relais umschaltet. Man kann übrigens durch das “Klicken” vom Relais das S3D-Video super über den Ton synchronisieren/schneiden, es ist quasi so wie wenn eine “Klappe” beim Film fällt. Magix Video deluxe 17 hat diese geniale Ton-Synchronisations-Funktion, die ich schon mit Erfolg getestet habe. Die zeitweise klickende Tonspur ersetze ich natürlich anschließend durch eine schöne “Blubber”-Atmo.
Auch kann die S3d-Full-HD-Unterwasserkamera jederzeit für den Einsatz Überwasser benutzt werden, da alles auf einem Platineneinschub untergebracht ist. Die s3d Canon HF100-Kameras können ohne Probleme mitsamt der Platine auf einem Stativ angebracht werden.
Als Stereo-Schiene habe ich eine Somicon Stereo-Schiene von Pearl zurechtgeschnitten. Diese ist für den Preis von 25 EUR von hervorragender Qualität.
Software:
Bei der erforderlichen 3D-fähigen Software gibt es auch erfreuliche Fortschritte. Bis dato habe ich mich mit Adobe After Effects (Download der Demoversion 989 MB bei Adobe ) beschäftigt, diese Software ermöglicht mit Hilfe von Scripten vom genialen Christoph Keller ein gutes professionelles Bearbeiten von S3D-Rohmaterial. Ein automatisches Anpassen von Höhenfehlern oder Verdrehungen (Import der Werte über den bewährten Stereo Picture Maker) und der Echtanzeige in Anaglyph oder die Ausgabe über Nvida-3D-Vision ist möglich. Die Nvida-3D-Vision Ausgabe an den 3D-Monitor erfolgt über das Plugin Gadget´s Stereoscopic Preview.
Da ich mich mit dieser Software nicht auskannte, hatte es einige Tage der Einarbeitung gebraucht, bis ich die Software im Griff hatte. Mithilfe von Christoph Kellers Tuturial habe ich es dann schließlich hinbekommen.
Der Adobe After Effects 3D Workflow von Christoph Keller:
Leider ist mal wieder mein Rechner zu lahm, die 4 GB Ram reichen nicht für die Multiprozessor-Unterstützung meines 64 Bit Windows7 Systems (Die Adobe Software Premiere und After Effects läuft nur mit 64 Bit)
Wem Adobe After Effects zu teuer und kompliziert ist, der sollte sich mal die Lösungen von Magix Video Deluxe 17 oder Sony Vegas10 Pro ansehen.
Ich persönlich finde die Lösung von Magix Video Deluxe 17 am besten, die automatischen Anpassungen sind hervorragend und man muss nur wenig händisch nachbessern, sogar eine Synchronisation der Frames über die Audiospuren gibt es!
Einziges Manko: Magix Video Deluxe 17 justiert nur die Lage, (Horizontal, Vertikal und Drehung ), leider ist keine automatische Trapezkorrektur möglich, also Einstellungen die gemacht werden müssen, wenn die Kameras nicht zu 100% parallel ausgerichtet sind. Wenn das der Fall ist, sind zwar in der Mitte vom Bild keine Fehler, aber an den Rändern sind dann Höhenfehler zu sehen. Mit Magix Video Deluxe 17 kann man diese Fehler händisch mit dem Filter “3D-Verformung” bearbeiten. Welches sich aber in der Praxis sehr schwierig gestaltet.
Generell gilt: Je größer man das Bild zeigen will, desto genauer muss die Justage sein!
Insgesamt ist mit Magix Video Deluxe 17 ein sehr schnelles Arbeiten mit Stereo-3D-Material möglich und mein Nvidia-3D-Vision-System wird auch unterstützt. Das macht jetzt sogar ein manuellen Abgleich (Frames, Horizontal, Vertikal und Drehung ), zwischen der linken und der rechten Videosequenz, auf meinem “Ghosting-Screen”, dem Samsung SyncMaster 2233RZ, möglich. Leider ist das Schneiden von den S3D-Video-Squenzen nur im 2D oder im anaglyph Modus möglich. Mit einem Zalman 3d-Screen wäre übrigens ein “echtes” S3D schneiden und justieren ohne lästiges Umschalten möglich.
Der Werbeslogan von Magix Video Deluxe 17 verspricht, dass es das schnellste Magix ist was es je gab und das kann ich wirklich bestätigen! Eine Demoversion von Magix Video Deluxe 17 gibt es hier.
Der super Easy 3D-Workflow mit Magix Video Deluxe 17:

Es ist klasse, dass sich langsam wirklich gute Hard-und Softwarelösungen auf dem Markt etablieren.
Sehr gespannt bin ich auf die demnächst erscheinende Sony – HDR-TD10 die S3D in Full-HD 1920 x 1080 pro “Auge” aufnimmt ( Das S3D-Video wäre, wie bei meinen Kameras, 3840×1080 Pixel groß ):

Der PANASONIC 3D-Camcorder HDC-SDT750 mit Vorsatzlinse (Die Full-HD-Auflösung wird durch die Optik gesplittet), ist für mich uninteressant, da er nur 960 x 1.080 Pixel pro “Auge” hat ( Das S3D-Video wäre also nur 1920×1080 Pixel groß ):

Schade in 2010 fand ich übrigens, dass es in den großen Fachmärkten, die ich ab und zu mal besuche, noch nicht ganz so professionell ausschaut.
Da stehen 3D-Screens rum die nur 2D-Material zeigen und wenn man die wirklich neugierig interessierten Kunden beobachtet, gucken die durch die Brillen und wundern sich warum kein 3D-Effekt zu sehen ist, und ziehen “unaufgeklärt” von dannen. Teilweise ist das 3D-Material verpixelt und der 3D-Screen so ungünstig aufgestellt, dass das 50 HZ Licht drumherum dermaßen durch die Brille flackert das einem das 3D-Vergnügen vergeht. Ich habe jetzt schon einige Leute bei mir gehabt, die sich 3D bei mir angesehen haben und sofort total überzeugt waren. Warum können das denn die Großmärkte nicht genauso machen? Zum Glück werden die 3D-Screens mit “3D on TOP” zum einem derart günstigen Preis verkauft, dass es wahrscheinlich für manche Käufer DAS ausschlaggebende Argument ist, sich so ein “3D-Ding” doch schon mal zu kaufen. Vom Thema “Ghosting” bei den 3D-Screens mag ich jetzt nicht reden, um das Ghosting gänzlich zu eliminieren, hilft zur Zeit nur ein Beamersystem ( z.B. Acer 5360 mit Nvida-3D-Vison, der für das Geld ein tolles S3D-Bild in 1280×720 (W-XGA) liefert, bei S3D muss es nicht unbedingt Full-HD sein ). Ich bin mal gespannt wann es bezahlbares gutes 3D ohne Brillen gibt, ich glaube da werden noch einige Jahre vergehen und solange bin ich sehr zufrieden mit meiner 3D-Brille auf der Nase
Könnte S3D ohne Brille so aussehen? Wenn es wirklich so wäre, hätte man wohl nach 100 Stunden 3D-TV sehr muskulöse Augenlider :-) !!!

Nun aber der Ausblick auf 2011:
Die Fertigstellung der 3D-Quadcam sollte spätestens in zwei Monaten, also zum nächsten geplanten Urlaub, abgeschlossen sein.
Die Steuerung für die beiden Sony HDR-TG3E wird entweder der ste-fra LANC V3.0 oder der ColorCode Lanc sein.
Weiterhin wurde ich vom VDST auf die Boot 2011 in Düsseldorf eingeladen, um dort einen Vortrag über 3D-Unterwasseraufnahmen zu halten. Leider kann ich diesen Termin aus privaten Gründen nicht wahrnehmen
Schade das hätte ich gerne gemacht. Jetzt tauche ich schon sooolange und ich war noch nieeee auf der Boot in Düsseldorf. Okay, bisher waren wir immer tauchen, weil sich alle anderen Taucher auf der Boot in Düsseldorf die Füße platt treten und sich deswegen bei den Tauchbasen eine entspannte Leere ausbreitet
Jetzt stehen erst mal einige S3D-Unterwasseraufnahmen in kalten deutschen Gewässern mit dem Trocki an.
Zur Zeit habe ich noch ein anderes tolles aufregendes “Überwasser”-Projekt, welches absoluten Vorrang hat, mehr wird aber noch nicht verraten
Nur soweit: Es hat diesmal nix mit Tauchen zu tun
Weiterhin wird mein erstes S3D-Unterwasser-Video auf Blu-ray spätesten im zweiten Quartal 2011 fertig gestellt sein.
In der nächsten Woche werde ich noch mal einige Funktionstests der fertig gestellten “Singel” S3D-Unterwasser Kamera (Canon HF100) im Schwimmbad machen. Da aber alle Erfahrungen von meinen bisherigen Tauchgängen umgesetzt wurden, gehe ich davon aus, dass kein weiterer Umbau ansteht. Okay, so ein Distance-Laser-Messgerät wäre vielleicht nicht schlecht … aber das muss nicht unbedingt sein.
Außerdem liebäugele ich mit zwei Sony CX550 die perfekt für S3D Aufnahmen sind, diese würden die Canon HF100 ablösen, die ja zurzeit über Infrarot gesteuert sind, was für die Unterwasseraufnahmen ausreichend ist.
Auch ein DIY-Spiegelrig für schlappe 30€ oder die professionellere Variante von einem 3D Spiegelrig Überwasser für meine Sony HDR FX7 wäre ein Projekt für 2011. Leider wird mir ein Spiegelrig für Unterwasseraufnahmen zu sperrig und zu aufwendig und es geht meiner Meinung nach zuviel Licht durch den halbdurchlässigen Spiegel verloren, aber das müsste man doch eigentlich mal ausprobieren, oder ?
Mal sehn
…und ein S3D-Head-mounted-Display selber basteln … das steht auch noch auf dem Programm !!! Vielleicht sogar ein 3D-UNTERWASSER-Display ? schaun wir mal

Also denn auf ein dreidimensionales Jahr 2011… es gibt viel zu tauchen
… gehn wir nunter !!! … und wenn wir wieder dekomprimiert sind, dann basteln wir weiter
PS: Ich liebe auch noch meine 2D Sony HDR FX7, damit ist es ja sooo einfach gute Unterwasser-Aufnahmen zu machen, Entspannung pur!